Mittwoch, 12. September 2007

Gääähn!!

Hi ihr Lieben!

Heute ist einer der Tage, an denen ich einfach nicht aufwache... Das liegt zum Teil sicher am Wetter und an meinem schlechten Kreislauf, andererseits wahrscheinlich auch daran, dass ich heute sehr früh aufgestanden bin...

Heute war wieder Klinik-Tag und wir mussten außerhalb von Trondheim in eine Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie. Ich hab mir netterweise Klemens' Auto ausborgen dürfen und bin dann mit meinen 2 Studienkollegen, die das gleiche Praktikum wie ich hatten, zur Klinik gefahren. Zumindest dachten wir, dass es die Klinik ist...
Wir waren pünktlich im psychiatrischen Krankenhaus, sind von einer Sekretärin sehr nett begrüßt worden und mit Kaffee und Tee vertröstet worden, da der Oberarzt noch nicht da war. Um ca. 8:50 (das Praktikum hätte um 8:30 beginnen sollen) kam dann auch der besagte Oberarzt, hat uns begrüßt und sich zu uns gesetzt. Ich hab das Gespräch auf Norwegisch dann nur teilweise verstanden, aber die Kernessenz war: "Ihr sollt auf die Kinderpsychiatrie? Wir haben hier nur Erwachsene! Die Kinderpsychiatrie liegt 500m weiter..." Tja, blöde Geschichte! Wir sind dann schnell weitergefahren und waren dann um 9:00 bei der richtigen psychiatrischen Klinik.

Dort wurden wir sehr nett begrüßt und zum morgendlichen Treffen mitgenommen, bei dem eine Patientin besprochen wurde, die als Akutfall wegen eines Selbstmordversuches und Depressionen eingeliefert wurde. Obwohl das ganze Gespräch auf Norwegisch war, hab ich recht viel verstanden - hab mich echt gefreut.

Nach der Besprechung ist dann ein 15-jähriges Mädchen zu uns gekommen und hat uns von ihrer Geschichte erzählt. Sie war schon öfter wegen Depressionen und Selbstverletzung in psychiatrischer Behandlung, hat aber heute einen guten Eindruck gemacht.
Danach hat uns die Oberärztin die Station gezeigt und uns dann in ein anderes Gebäude geführt, wo uns eine Psychologin "übernommen" hat. Mit ihr haben wir dann mit einem Mädchen, das autistische Züge hat, gesprochen. Ich hab fast nichts verstanden, da die Antworten sehr kurz waren und sie einen ziemlich starken Dialekt gesprochen hat. Aber die anderen haben mir nachher alles erzählt...

Der Vormittag war wirklich sehr interessant, aber auch anstrengend, weil ich mich beim Zuhören sehr konzentrieren muss!

Zu Hause hab ich mir etwas zu essen gemacht und mich danach ins Bett gelegt, um 1 Stunde zu schlafen.

Danach war ich mehr oder weniger faul, hab nicht wirklich etwas Produktives gemacht, aber die Zeit ist trotzdem schnell vergangen.

Jetzt sollte ich noch auf 2 Geburtstagsparties, hab aber überhaupt keine Lust - mir ist kalt und ich bin noch immer müde...Aber ich muss fast vorbeischauen.

Naja, ich werd mich dann bald einmal aufraffen und nach Moholt fahren, um wenigsten Hallo zu sagen. Vielleicht wird's ja doch noch ganz lustig.

Bis morgen, eure Liesi

Dienstag, 11. September 2007

Norweger-Kontakt

Hi ihr Lieben!

Heute war ein recht normaler Tag. Ich war ziemlich müde, weil ein ziemliches Tiefdruckwetter war - es hat zwischendurch auch geregnet, aber die Sonne hat sich auch kurz gezeigt.

Ich war von 10:30 bis 16:00 auf der Uni, was heute ganz schön anstrengend war. Zwischen den normalen Vorlesungen hat es einen Gastvortrag von einem Arzt aus dem Kongo gegeben, dessen Krankenhaus von Medhum (der Organisation, wo ich T-Shirts verkauft habe) unterstützt wird. Er hat über das Problem mit Fisteln im Kongo erzählt - war sehr interessant.

Zu Hause hab ich dann super gekocht: Faschiertes mit Zuchini und Tomaten. Dazu hat es Reis gegeben. Es hat echt super geschmeckt! War echt wieder einmal notwendig, was richtiges zu kochen...

Danach hab ich mein Zimmer gesaugt und mich dann ins Bett gelegt und ferngeschaut. Eigentlich wollte ich auch gleich im Bett bleiben, aber dann ist eine SMS gekommen - Sunniva (norwegische Mitstudentin) hat mich zum Fernschauen (Grey's Anatomy) und Waffel-Essen zu sich eingeladen!!! Ich war total happy und hab natürlich gleich zugesagt. Davon träumt ja wohl jeder Erasmus-Student: richtiger Anschluss an die Studenten aus dem Gastland! Es hat mich echt total gefreut.

Ich bin dann zu ihr geradelt (ohne Verfahren wär ich in 5 Minuten dort gewesen - so waren es 15 - hihi) und wir haben gemeinsam Waffelteig gemacht. Kurz vor Filmbeginn ist dann noch eine andere Mitstudentin gekommen, deren Namen ich leider gerade wieder vergessen habe...
Wir haben dann vor dem Fernseher frische Waffeln gegessen, Milch getrunken und uns unterhalten. Es war total nett und die beiden waren total liab und haben mich zum Norwegisch reden ermuntert und gesagt, dass ich schon sehr gut spreche...

Nach dem Film bin ich nach Hause geradelt und jetzt geh ich dann ins Bett. Morgen muss ich um halb 8 hier wegfahren, weil wir außerhalb von Trondheim Praxis haben. Ich kann netterweise mit Klemens' Auto fahren...

Bis morgen, eure Liesi

Montag, 10. September 2007

Uni, Norwegisch-Kurs

Hi ihr Lieben!

Heute war ein recht anstrengender Tag...

Ich bin um 8 aufgestanden und im leichten Sprühregen auf die Uni geradelt. Mein Knie hat ziemlich weh getan, aber es ist gegangen. Sonst hab ich eigentlich überraschenderweise keine Spatzen! Das Radeln bringt offensichtlich echt viel!

Die Uni war eh ganz OK - hab Gynäkologie und Mikroskopieren gehabt - ich bin wieder bestätigt worden, dass ich mich einfach nicht mit Mikroskopen anfreunden kann...

Nach der Uni bin ich noch im Krankenhaus geblieben und in den Computerraum gegangen, wo ich ein bisschen im Internet gesurft habe.

Um 16 Uhr bin ich dann in die Innenstadt gefahren und hab mir die Bücher für den Norwegisch-Kurs auf der Volkshochschule gekauft.
Dort bin ich dann auch um 16:50 gewesen. Der Kurs findet in einer Schule in der Innenstadt statt und dauert von 17 bis 21 Uhr - jeden Montag und Donnerstag.

Unser Lehrer ist eigentlich Franzose, der aber schon seit über 30 Jahren in Norwegen lebt und sehr gut Englisch und Norwegisch spricht. Er macht es eigentlich sehr gut.
Am Anfang haben wir uns vorgestellt und kurz was über uns erzählt. Danach haben wir im Buch gelesen. Dominique, der Lehrer, ist sehr positiv und motivierend.

Im Kurs sind wir ca. 12 Leute, was natürlich eine super Gruppengröße ist. Außer mir ist noch eine Studentin - die anderen sind entweder als Arbeiter in Norwegen oder mit norwegischen Männern verheiratet. Die Norweger scheinen auf Ausländerinnen zu stehen...

Wir haben heute nur bis 19 Uhr Kurs gehabt, weil ein Fehler bei der Aussendung passiert ist und alle außer mir (die sich zu spät angemeldet hat) das falsche Lehrbuch hatten.

Ich bin dann nach Hause, hab am Weg noch eingekauft, mit Klemens, Karin und Chris Abend gegessen, mein Zimmer zusammengeräumt und den ganzen Dreck von gestern weggesaugt und dann noch einen Kampf mit meiner Buchfolie ausgefochten.

Jetzt geh ich ins Bett und werd noch fernschauen.

Ah ja, ich hab ein selbstgemachtes norwegisches Gebäck mit Vanillefüllung von Suzanne (Mitbewohnerin) bekommen - total gut!

Bis morgen, eure Liesi

Sonntag, 9. September 2007

Trollheimen-Tour

Mmmh - lecker!














Sie stammen doch von den Wikingern ab....





















Sonntag














Sonntag














Übersichtskarte

















Freitag













Freitag



















Frühstück















Samstag















Samstag

Trollheimshytta

Hi ihr Lieben!

Ich bin wieder in der Zivilisation und habe meinen Laptop, also erzähle ich euch gleich von meinem Wochenende. Vorne weg: es war sehr lustig, aber ich war bin schon lange nicht mehr so viel gewandert...

Also, von Anfang an: Ich wollte am Freitag eigentlich auf die Uni, von wo es dann am Nachmittag direkt losgehen sollte. Als ich aber aus dem Fenster geschaut habe, hat es stark geregnet und ich hab beschlossen, doch nicht zu gehen, damit die -Wandersachen nicht gleich nass werden. Den Vormittag hab ich dann mit Norwegisch-Lernen verbracht, hab dann noch Mittag gegessen und um 15 Uhr haben mit Philipp und Fred mit dem Philipps Auto abgeholt. Wir sind dann gemeinsam zum Treffpunkt gefahren, wo wir auch gleich die anderen getroffen haben. In Philipps Auto waren dann 3 Norweger, er und ich. Wir haben uns sehr gut unterhalten (Norwegisch/Englisch-Mix), ich hab dann ein bisschen geschlafen und bin aufgewacht, als wir uns verfahren hatten. Nach kurzer Zeit haben wir dann aber den richtigen Weg gefunden und sind mit dem Auto eine Schotter-Bergstraße hochgefahren, bis wir beim Gråsjøen (= Grausee) angekommen sind. Das ist ein riesiger Stausee, der zur Stromherstellung genutzt wird.
Wir haben dann die Autos abgestellt und sind losgegangen. Der Weg hat immer entlang des Sees geführt und war einfach furchtbar gatschig, weil alles sumpfig bis zum Geht-nicht-mehr war! Es war ziemlich anstrengend und auch landschaftlich nicht sehr interessant. Am Anfang war es noch OK, aber als ich gemerkt habe, dass sich nichts ändert, war ich ein bisschen angezipft. Die Gruppe an sich war aber sehr nett und so war es wieder nicht so schlimm.
Richtig blöd ist es dann geworden, als es um 21 Uhr dunkel wurde und wir mit Stirnlampen weitergehen mussten. Zwischendurch haben wir immer wieder Flüsse überqueren müssen - was im Dunkeln natürlich noch unangenehmer war als bei Tageslicht...
Mein Knie hat dann irgendwann auch ziemlich wehgetan nachdem ich im Schlamm immer wieder weggerutscht bin.
Wir sind dann schließlich erst um 23:30 nach 4 3/4 Stunden wandern bei der Trollheimshytta angekommen. Ich war bis über die Knie nass, auch in den Schuhen, müde und hungrig...
Die Hütte war dann aber total schön! Wir haben eine eigene Hütte für uns gehabt, in der ein großes Wohnzimmer mit Ofen und 3 Schlafzimmer waren. Wir waren insgesamt 20 Leute, davon 5 Erasmusstudenten.
Nach der Ankunft haben wir bei Kerzenschein gegessen und sind dann alle totmüde ins Bett, das sehr bequem war. Ich hab dann geschlafen wie ein Stein...

Am Samstag hat es um 8 Uhr Frühstück gegeben, was ich natürlich gleich einmal verschlafen habe - bis mich Helge um halb 9 wecken gekommen ist.
Das Frühstück war in der sogenannten Haupthütte und war einfach spitze: Brot, eine Art Semmeln aus dunklem Mehl, Salami, Schinken, Käse, Fisch, warmer Milchreis, Tee, Kaffee, Saft, Wasser - einfach super, wenn man bedenkt, dass der Strom nur aus einem kleinen Generator kommt und man eigentlich komplett abgeschnitten von der Zivilisation ist...
Nach dem Frühstück sind dann 16 aufgebrochen, um auf den Snota - ein 1668 m hoher, schneebedeckter Berg - zu gehen. Ich bin mit 3 anderen Mädels bei der Hütte geblieben und gegen halb 11 auf den Geithetta aufgebrochen - ein 1352 m hoher Berg ca. 3 stunden weg... Die Hütte liegt übrigens auf 540 m über dem Meer - die Gegend ist aber wie bei uns auf 2000-2500m....
Wir sind dann auf den Geithetta gestartet - der Weg war recht schön: ein schmaler Pfad, aber zum Glück nicht schlammig - eine echte Wohltat.
Es war recht schönes Wetter, zwischendurch hat sogar die Sonne herausgeschaut, und die Wanderung war super. Ich hab mich gut mit den Mädels auf Englisch und manchmal auf Norwegisch unterhalten und wir haben viel Spaß gehabt. Nach ca. 2 Stunden ist es dann sehr steinig und steil geworden und Martine, eine der Norwegerinnen, wollte umdrehen, weil ihr Knöchel wehgetan hat. Nachdem mein Knie sich auch bemerkbar gemacht hat, sind wir zurückgegangen und die anderen beiden sind allein auf den von Nebel verhüllten Gipfel gestiegen.
Zurück bei der Hütte hab ich ein Buch von Philipp gelesen, geduscht (es gibt sogar Warmwassersduschen) und ein bisschen geschlafen.
Die anderen sind ab 18 Uhr wieder gekommen. Es war niemand am Gipfel, weil kurz unterhalb der Schnee hüfthoch gelegen ist. Sie haben aber trotzdem einen guten Eindruck gemacht und viel Spaß gehabt.
Um 19 Uhr hat es in der Haupthütte Abendessen gegeben - ein supertolles Buffet mit Fisch, Fleisch in verschiedenen Formen, Kartoffeln aller Art, Salat und Brot. Als Nachspeise hat es noch Götterspeise, Birnenkompott oder Zwetschkenmus (schreibt man das so?) gegeben. Es war köstlich!
Danach haben wir uns in der großen Stube mit offenem Kamin gesetzt, geredet und Uno gespielt. Es hat Tee, Kaffee und kleine Sauermilch-Palatschinken mit Marmelade gegeben, die man sich nehmen konnte. Es war ein sehr netter Hüttenabend, den wir dann in unserer Hütte mit Gitarre und Gesang ausklingen ließen.

Nach einer sehr guten Nacht, bin ich heute um halb 9 aufgestanden, weil es um 9 Uhr Frühstück gegeben hat.
Danach haben wir unsere Hütte geräumt, alles fertig gemacht und sind gegen 10:45 aufgebrochen. Da es am Freitag so schlammig war, wollten wir den Weg auf der anderen Seite des Stausees nehmen, der zwar etwas länger dauert, aber wunderschön ist!
Am Anfang ging's gleich steil bergauf, danach über ein wunderschönes Hochplateau und am Ende noch ca. eine Stunde im Gatsch nach unten. Ich hab es total genossen und wirklich Spaß am Wandern gehabt. Mein Knie hat erst beim bergab gehen wehgetan und insofern war es wirklich OK.
Auf dem Hochplateau haben wir Mittagspause gemacht und unser mitgebrachtes Essen verzehrt.
Die ganze Tour hat ca. 5 1/2 bis 6 Stunden gedauert und war wirklich spitze!

Wir sind dann mit den Autos wieder zurück nach Trondheim gefahren, wo ich geduscht, gegessen und gewaschen habe.

Ein super anstrengendes, aber auch super schönes Wochenende geht nun zu Ende und ich muss ins Bett...

Bis morgen, eure Liesi

Freitag, 7. September 2007

Donnerstag, 6. September 2007

Müde bin ich, geh zur Ruh...

Hi ihr Lieben!

Ich bin schon wieder viel zu lange auf und werde es heute wohl wieder nicht schaffen, vor Mitternacht schlafen zu gehen...

Ich war heute auf der Uni und hab in der Früh klinische Praxis gehabt - Gespräch mit einer Kinderpsychologin über ihre Arbeit. Zum Glück auf Englisch und sehr interessant.

Danach bin ich auf der Uni geblieben, weil draußen so ein Sturm gegangen ist, dass ich zwischendurch nicht heimradeln wollte. Ich war im Computerraum, hab im Internet gesurft und noch ein paar Dinge für die Kleingruppe nachgelesen.

Um 13:30 hab ich dann Kleingruppenunterricht gehabt. Die letzten beiden Male hat kein Tutor zu uns gefunden, aber heute war ein sehr netter Kinderpsychiater da, mit dem wir uns super über unsere Fragen bezüglich Kinderpsychiatrie unterhalten konnten! Hat mir echt gut getaugt!

Nach der Uni bin ich dann nach Hause geradelt und hab mir Nudeln gekocht - ich war schon am Verhungern, weil ich zu Mittag nicht viel gegessen habe... Beim Nudelessen hab ich mich super mit meinen norwegischen Mitbewohnern unterhalten - auf Norwegisch! Bin woll happy, dass es schon recht gut geht und ich schon fast richtige Gespräche führen kann. Ist zwar anstrengend, aber es sind echt alle voll nett und hören mir zu und korrigieren mich auch.

Danach bin ich kurz in einen Park in unserer Nähe gefahren, weil Klemens Freunde dort ihr Seil zum Balancieren aufgehängt hatten. Es war sehr lustig, aber auch sehr kalt, weil so ein starker Wind gegangen ist.

Ich bin dann bald wieder nach Hause und hab meine Aufgaben von unserem Putzplan erfüllt und Bad und Klo im ersten Stock geputzt. War zwar keine angenehme Arbeit, musste aber gemacht werden.

Am Abend haben wir dann zusammen Gemüsesuppe gegessen und uns unterhalten. Es war total gut und viel.

Später bin ich dann in mein Zimmer, hab Wäsche zusammengelegt und nebenbei über den Laptop ferngschaut.

Jetzt muss ich noch duschen gehen und alles für den Weekend-Trip mit den Medizinern zusammenpacken. Eigentlich wollt ich heut wirklich früh schlafen gehen, aber ich glaub, da wird nix draus.

Morgen fahren wir gleich nach der Uni weg und ich freu mich schon!

Bis Sonntag, eure Liesi